— Die hohe Kunst des Alleinseins —

Warum du Ruhe und Zeit für dich brauchst


Im heutigen hektischen Tagesplan, gefüllt von Stress und Zeitdruck umgibt dich nur selten die Stille. Meist sind deine Arbeitskollegen, Kinder oder dein Partner in deiner Nähe. Zu Hause läuft der Fernseher, ein Radio oder du plauderst stundenlang mit deiner besten Freundin am Telefon. Ob du es willst oder nicht, du spielst in deinem Umfeld immer eine bestimmte Rolle. Wann hast du dich das letzte Mal nur von Stille umgeben und alle deine Gesichter abgelegt?

Natürlich, du bist ein soziales Wesen und möchtest dich über den Status und die Rolle in deinem Bekanntenkreis definieren. Aber genauso hast du (schon als Baby) das Bedürfnis alleine zu sein und verschiedene Themen und Außenreize in Ruhe zu verarbeiten. Manchen Leuten ist es viel wichtiger als anderen, viele Freundschaften und Kontakte zu pflegen. Das Alleinsein trennt dich von der gesuchten Bestätigung und reißt dich aus allen sozialen Rollen.

Was hat das jetzt mit Yoga zu tun?
Und warum ist es wichtig, dass du dir wenigstens ein paar Momente für dich selbst gönnst?


Als Yogi bist du immer lieb zu deinem Umfeld, betrachtest deine Mitmenschen ohne zu urteilen, hast keine Erwartungen und kümmerst dich nicht um die Meinung der Anderen. Du ernährst dich vegetarisch, trinkst Tee und lebst einfach im Jetzt. Es geht dir nicht darum, besser als dein Matten-Nachbar zu sein oder die schöneren Leggins als deine Freundin zu haben. Beim Yoga geht es ausnahmsweise mal nur um dich.

Vielleicht fällt es dir schon auf? Wenn du deinen Freunden und Bekannten erzählst, dass du kein Fleisch isst und keinen Alkohol trinkst, wirst du vermutlich schon etwas schräg angesehen. Sag noch dazu, dass du nicht über Andere lästerst oder dich die Meinung deiner Arbeitskollegen über dein Erscheinungsbild nicht interessiert und du wirst für unsozial, langweilig und komisch abgestempelt.

Denk mal darüber nach.

Diese Leute, die nur oberflächlich denken und sich stundenlang über ihre Mitmenschen austauschen, haben in deiner Yoga-Welt voller positiver Glaubenssätze und Lebensregeln vermutlich nicht so viel verloren.
Du wirst merken, umso mehr du dich als Außenseiter von negativ eingestellten Menschen trennst, umso mehr genießt du das Allein-Sein. Wenn du weißt, wie du damit umgehen kannst, bist du alleine mehr als genug.

Keine Panik. Yoga kann dich zwar aus deinem jetzigen Bekanntenkreis reißen, aber du wirst bestimmt andere Menschen in dein Leben ziehen, mit denen du wertvolle Gedanken austauschen kannst und die die gleichen Lebensansichten vertreten.


Für viele Menschen ist die Stille und das "für sich sein" unglaublich schwierig und eine große Herausforderung. Sobald Ruhe eintritt, beginnt sich der Geist mit sich selbst zu beschäftigen. Du glaubst gar nicht, was da alles an Emotionen und Gedanken hervorkommt!

Alleinsein ist nicht einsam sein. Wenn du dich einsam fühlst, bist du ständig auf der Suche nach äußerlichem Glück oder Erfüllung. Es ist kein positiver Geisteszustand und du bist traurig und verlassen. Eine Studie mit 300.000 Probanden ergab, dass Einsamkeit für die Gesundheit genauso schädlich ist, wie täglich 15 Zigaretten zu rauchen. Das Immunsystem leidet immens und reagiert sehr anfällig auf die Abkapselung und Isolation durch Entzündungen, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Probleme.

Alleinsein ist das Gegenteil. Es fühlt sich glücklich, zufrieden und erfüllend an. Besonders dann, wenn dir alles andere zu viel wird, brauchst du Momente mit dir selbst. 

Nein, das ist keine Zeitverschwendung. 

Wenn du dich etwas zurückziehst, entdeckst du bestimmt verborgene Stärken, weil du einiges alleine meisterst. Zudem lernst du dich selbst besser kennen und kannst dir deine Ziele bewusstmachen.

Übrigens, wenn du nicht fähig bist, alleine zu sein, machst du dein Wohlbefinden und dein Glück sehr schnell abhängig von Freunden, Familie oder deinem Partner. Du benötigst Bestätigung und setzt meist unterbewusst alles daran, den anderen zu gefallen. Die Grundlage einer guten Beziehung sollte anders aussehen! Umso besser du dich alleine fühlst, umso weniger abhängig wirst du von deinen Mitmenschen.

Vielleicht suchst du dir ein paar Aktivitäten aus, die du alleine machen kannst und die dir guttun. Du brauchst anfangs nicht stundenlang zu meditieren, es reicht schon eine Stunde lesen, in der Natur spazieren, Yoga oder ein entspannendes Bad zu nehmen.


Ich liebe es, alleine zu sein. Versteh mich jetzt nicht falsch - natürlich schätze ich es, mich ab und zu mit guten Freunden oder meiner Familie auszutauschen. Aber im Grunde bin ich sehr gerne für mich. 

Ich glaube, um wahren Frieden und ein klares Bewusstsein zu finden, schenkt Yoga mir den Schlüssel zur Achtsamkeit, zum Alleinsein und zu mir selbst.

Hier habe ich eine wundervolle Meditation für dich gefunden. Sie führt dich in einen tiefen Entspannungszustand und hilft dir herauszufinden, wer du wirklich bist.  

Falls du dich intensiver mit dem Thema Alleinsein beschäftigen möchtest, empfehle ich dir das Buch "Mit dir allein bist du nie allein: Warum du dich selbst am meisten brauchst" von Pirmin Loetscher. Er erklärt ausführlich, warum das "für sich sein" als Luxusgut gilt und zeigt dir wie du tolle Glücksmomente mit dir selbst erlebst. 

Wie geht es dir, wenn du alleine bist? 
Nimmst du dir Zeit für dich oder umgibst du dich immer mit Freunden und Bekannten?